Lebendiges Zeugnis

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Ausgabe 02/2014: Der Jakobusbrief

Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn ich zu Beginn der Seelsorge-Vorlesung die Studierenden frage, worauf es heute bei Seelsorgerinnen und Seelsorger besonders ankommt, kommt meist wie aus der Pistole geschossen: „Authentizität“. Ich verweise dann auf den griechischen Wortbestandteil „autos“ (selbst) und stelle einen anderen Begriff zur Diskussion: Glaubwürdigkeit. Der Jakobusbrief enthält den Schlüssel zur Glaubwürdigkeit: ein Glaube, der ohne Werke nicht vollendet ist (2,22), der ohne sie tot ist (2,26), denn erst aufgrund seiner Werke wird der Mensch gerecht (2,24). Christlicher Glaube erschöpft sich nicht im Für-wahr-Halten von Sätzen, sondern den Willen Gottes zu tun gehört wesentlich dazu. „Aus dem Tun der Wahrheit ergibt sich seine Verifikation“ (H. Fries), das ist die theologische wie anthropologische Basis von Glaubwürdigkeit. Nicht zuletzt aufgrund des Zusammenhangs von Reden und Tun wird der spezifischen Christologie des Jakobus-Briefes die größte Nähe zur Jesus-Überlieferung im Neuen Testament nachgesagt. So ist auch in der Nachfolge Jesu die konkrete Sorge des Menschen für den Mitmenschen die sichtbare Gestalt, in der sich das Kommen des Reiches Gottes manifestiert. Gott lässt die Weisheit in uns wohnen (4,5), er gibt sie uns, wenn wir sie erbitten (1,5), deshalb können und sollen Christen „in weiser Bescheidenheit die Taten eines rechtschaffenen Lebens vorweisen“ (3,13). Das Heft wurde betreut von Frau Professorin Dr. Rita Burrichter und Herrn Matthias Micheel – herzlichen Dank dafür. Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wünsche ich eine anregende und bereichernde Lektüre.

Ihr

Schriftleiter Prof. Dr. Hans Hobelsberger