lebendiges zeugnis
Die theologische Schriftenreihe des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken

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Ausgabe 01/2014: Kirche und Geld


Liebe Leserinnen und Leser
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Die Situation ist paradox – die allgemeine Meinung ist, die Kirche ist (zu) reich und kann mit Geld nicht umgehen, während innerkirchlich Geldmangel und Sparzwang die Deutungsmuster der letzten Jahrzehnte sind.

Die Haltung zum Geld ist theologisch wie ethisch ambivalent. Pars pro toto für eine „Wirtschaft, die tötet“ gilt es als Grund alles Übels, während sich schon in der Bibel Hinweise für einen pragmatischen Umgang mit Geld finden („Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons“ so Lk 16,9, oder auch Mt 22,19-22).

Die deutlich kritischen Worte, die Papst Franziskus in der Enzyklika Evangelii gaudium 55 findet: „Die Anbetung des antiken goldenen Kalbes (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in einer Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel“, richten sich nicht gegen das Geld als solches, sondern gegen den falschen und ungerechten Gebrauch: „Diese Wirtschaft tötet“, weil wir die „Vorherrschaft“ des Geldes „über uns und über unsere Gesellschaften“ akzeptieren.

Manchmal wird man bei der Planung eines Heftes von der Aktualität eingeholt, und ein Bischofshaus und ein Verlagshaus werfen plötzlich einen unübersehbaren Schatten. Trotzdem sind wir bei der Grundidee unserer Zeitschrift geblieben, Entwicklungen nicht tagesaktuell aufgeregt zu kommentieren, sondern die Grundlagen und Hintergründe zu beleuchten.

Das Heft liefert fundierte Informationen und Auseinandersetzungen aus theologisch-ethischer, rechtlicher und Kirchenverwaltungssicht und trägt damit zur Versachlichung der aktuellen Debatte bei. Bei Konzeption und Durchführung des Heftes haben entscheidend Dr. Christian Schramm und Dr. Hubertus Schönemann mitgewirkt. Herzlichen Dank dafür.

Eine spannende und bereichernde Lektüre wünscht Ihnen

Schriftleiter Prof.Dr. Hans Hobelsberger